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Praxis Tipp "TEAM"

Das können wir Manager von Jogis Jungs lernen!

„Argentinien hat nur Messi, Deutschland ist ein Team“, so Bixente Lizerazu - Weltmeister 1998 und ehemaliger Bayern-Spieler - im Kicker online bereits am Tag vor dem glorreichen Finale. Aus Managementsicht sind es zwei wesentliche Faktoren, die über Sieg und Niederlage entscheiden:

Erstens: Eindeutige Zielfokussierung.

Bei den letzten großen Turnieren seit 2006, bei denen Joachim Löw in der Verantwortung war, sprachen Spieler und Trainer immer von: „Wir wollen so weit wie möglich kommen“, „Wir wollen ins Finale“. So kam es dann auch. Deutschland wurde in schöner Regelmäßigkeit 2. oder 3. bei Europameisterschaften und Weltmeisterschaften.

Im Vorfeld des großen Fußballfestes in Brasilien 2014 waren andere Töne zu vernehmen: „Wir wollen Weltmeister werden“, „Finale ist nicht genug“, „Zweiter und Dritter war ich schon“ und ganz deutlich vor dem Finale: „Wir haben noch nichts erreicht“, „Der entscheidende Schritt ist noch zu gehen“. "Weltmeister ist noch niemand im Halbfinale geworden" (Toni Kroos nach dem 7:1 gegen Brasilien).

Wenn Teams im Business erfolgreich sein wollen, braucht es eine klare, eindeutige Zielformulierung. Oder frei nach Goethe: „Wenn der Geist sich auf ein Ziel ausgerichtet hat, dann kommt ihm das Ziel entgegen.“

Das können wir Manager von The Mannschaft lernen: Es braucht eine eindeutige Zielformulierung, die mehr ist als irgendwo zwischen erreichbar und anspruchsvoll

Zweitens: Ein gutes Team ist kein Zufall.

Damit alle mitziehen, braucht es einen ausgeklügelten Plan, mit dem sichergestellt wird, dass auf dem Platz eine Mannschaft steht. Alle wollen das große Ziel erreichen, einer für alle, alle für einen.

In der Vorbereitung und auch während der Weltmeisterschaft wurde von den Verantwortlichen alles getan, damit ein Team entstehen kann. Oliver Bierhoff wählte hierfür ein spezielles WM-Quartier aus, das sich nicht durch die Anzahl der Sterne auszeichnete, sondern ein WG-Gefühl entstehen ließ, Kommunikation förderte und Grüppchenbildung verhinderte.

Jogi Löw fällte klare Entscheidungen, die auch für den ein oder anderen etablierten Spieler unangenehm waren. „Schweinsteiger nicht in der Startelf“, „Mertesacker nur auf der Bank“.

„Wie gut der Team Spirit tatsächlich ist, merkt man erst, wenn Entscheidungen getroffen worden sind, die dem ein oder anderen wehtun." (Per Mertesacker nach dem 4:0 gegen Portugal).

 

Das können wir Manager von The Mannschaft lernen: Gute Teams entstehen nicht dadurch, dass von den Teammitglieder  gefordert wird, teamorientiert zu sein: „ Ihr seid doch erwachsen genug, also arbeitet zusammen“. Dieser Appell an die Vernunft alleine reicht nicht. Weder im Management noch im Fußball.

 

„Nach Arjen Robbens Traumtor zum 5:1 gegen Spanien hatte er noch immer genug Luft, um im höchsten Tempo einen Kameramann an der Eckfahne zu finden, der seine Küsse und ein bisschen Posing in die Heimat übertrug. Der Rest der Niederländer klatschte brav im Hintergrund ab.

Eine ganze andere Szenerie spielte sich nach Mats Hummels Kopfballtor zum 2:0 gegen Portugal ab. Der Dortmunder sprintete zwar im Robben-Tempo ebenfalls über den halben Platz – allerdings zur Seitenlinie, wo er im Jubelknäuel mit allen 23 deutschen Spielern sowie den Betreuern und Trainern gemeinsam feierte. (Berliner Morgenpost 18.6.2014).

 

Exzellente Teams oder gar High Performing Teams sind das Produkt von fokussierter und konsequenter Arbeit. Auch wenn der WG-Gedanke im Business nicht umsetzbar ist, und Fußball anderen Gesetzmäßigkeiten gehorcht als die Zusammenarbeit am

Arbeitsplatz, so ist spätestens seit dem 13. Juli 2014 kurz vor Mitternacht bewiesen worden:

 

Wir Manager dürfen die Teamorientierung unserer Mitarbeiter nicht dem Zufall oder einzelnen Interessengruppen überlassen: Klare Ansprachen und Entscheidungen, konsequente Klärung von kleineren Streitigkeiten oder Missverständnissen und gezielte Maßnahmen zur Förderung von Team Spirit gehören heutzutage zu den ureigensten Aufgaben eines erfolgreichen Managers.

 

Damit auch wir im Erfolg sagen können: „Niemand hat es so sehr verdient wie wir. Wir waren eine verschworene Einheit, die für diesen Titel gekämpft hat.“ (Jogi Löw, 13. Juli 2014).

 

Dr. Rolf Schulz, Sportpsychologe und Managementberater

 

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